7 Tipps für sicheres Arbeiten am PC: So schützen Sie sich und Ihr Unternehmen


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Computer und Internet sind in unserem Alltagsleben und im Berufsalltag fest verankert. Viele Menschen nutzen E-Mails, Videokonferenzen und Online-Banking ganz selbstverständlich. Doch diese Technologien bieten auch Angreifern die Möglichkeit, leichter an persönliche Daten oder sensible Firmengeheimnisse zu gelangen. Das Risiko, Opfer eines Cyber-Angriffs zu werden, ist heute größer denn je.

Deshalb ist es absolut wichtig, dass Sie Ihren PC entsprechend schützen und sich an gewisse Grundregeln halten. Diese Tipps sind für Einsteiger essenziell, bilden aber gleichzeitig das Fundament für die IT-Sicherheit in jedem modernen Unternehmen. Es gibt viele komplexe Schutzmethoden, aber die folgenden sieben Grundregeln sind die wichtigsten Maßnahmen für Ihren digitalen Alltag:

 

1. Updates regelmäßig kontrollieren

Mit Updates werden in regelmäßigen Abständen Softwareaktualisierungen für das Betriebssystem, den Virenschutz und alle installierten Programme durchgeführt. Diese Updates enthalten in erster Linie sicherheitskritische Nachbesserungen, auch Patches genannt. Sie schließen bekannte Sicherheitslücken, bevor Hacker diese ausnutzen können.

Unter Windows 11 und Windows 10 geschieht dies meist automatisch im Hintergrund. Es kann jedoch vorkommen, dass ein Problem den Update-Dienst blockiert und es dadurch zu einem gefährlichen Update-Stau kommt. Wird dieser Stau nicht bemerkt, steigt das Risiko einer Infektion drastisch an. Kontrollieren Sie daher gelegentlich in den Einstellungen unter dem Punkt „Windows Update“, ob Ihr System wirklich auf dem neuesten Stand ist.

In Unternehmen darf man sich auf diese manuelle Kontrolle durch Mitarbeiter jedoch nicht verlassen. Hier setzen wir als IT-Dienstleister auf ein zentrales Patch-Management, welches Updates vollautomatisch und überwacht auf allen Firmenrechnern installiert.


2. Programme mit Bedacht installieren

Vielleicht haben Sie sich auch schon gewundert, weshalb nach der Installation einer Software plötzlich Werbefenster auftauchen oder der Browser verändert ist. Wenn Sie Programme installieren möchten, verwenden Sie ausschließlich Installationsdateien aus vertrauenswürdigen Quellen oder den offiziellen App-Stores.

Wenn Ihnen bei einer Installation ein Express-Modus und ein benutzerdefinierter Modus angeboten wird, wählen Sie immer den benutzerdefinierten Modus. Hier sehen Sie genau, was installiert werden soll, und können durch Abwählen verhindern, dass Ihnen zusätzliche und oft unerwünschte Software untergejubelt wird.

Wie wichtig die Kontrolle über installierte Software ist, zeigt sich besonders in kleinen und mittleren Unternehmen. Hier darf nicht jeder Mitarbeiter wahllos Programme herunterladen. Aus Gründen der Compliance und der Netzwerksicherheit muss jede neue Software vor dem Einsatz geprüft und professionell freigegeben werden. In professionell betreuten Firmennetzwerken ist dieser Punkt ohnehin technisch gelöst, da normale Anwender aufgrund eingeschränkter Berechtigungen gar keine Programme selbstständig installieren können.


3. Benutzer mit Standard-Berechtigungen einrichten

Wenn Sie als Privatanwender einen PC neu einrichten, erhält das erste Benutzerprofil automatisch administrative Rechte. Mit diesen Rechten können Sie alles an Ihrem System tiefgreifend verändern. Das große Problem dabei ist, dass Schadsoftware genau diese weitreichenden Rechte ebenfalls nutzen kann, wenn Sie einmal versehentlich auf den falschen Link klicken.

Um das Sicherheitsniveau Ihres Rechners massiv zu erhöhen, sollten Sie nach der Ersteinrichtung einen neuen Benutzer erstellen, der nur über Standardrechte verfügt. Melden Sie sich für Ihre tägliche Arbeit ausschließlich mit diesem Standardnutzer an. Im geschäftlichen Umfeld ist diese Trennung unter dem Begriff „Least Privilege“ bekannt und zwingend erforderlich, um fatale Systemeingriffe durch Viren oder Trojaner zu blockieren.


4. Passwörter sicher erstellen und verwalten

Ich erlebe es leider immer wieder, dass es sich manche Anwender bei Passwörtern allzu leicht machen und für unzählige Zugänge immer dasselbe Kennwort verwenden. Auch die Auswahl des Kennworts selbst lässt oft zu wünschen übrig. Lautet Ihr Kennwort vielleicht auch 123456, password, qwertz oder hängt es sogar auf einem Notizzettel am Bildschirm?

Hacker haben heute Werkzeuge, mit denen sie sich vollautomatisch Zugang verschaffen, indem sie riesige Listen geleakter Passwörter in Sekundenschnelle durchprobieren. Dabei liegt die Verantwortung nicht immer nur bei Ihnen. Nicht nur der Anwender hat dafür zu sorgen, dass die Zugangsdaten sicher sind. Auch der Diensteanbieter steht in der Pflicht dafür zu sorgen, dass persönliche Daten, wie auch Zugangsdaten, nicht durch ein Datenleck von Hackern abgegriffen werden können und anschließend frei im Netz verfügbar sind. Ob Sie schon einmal Opfer einer solchen Datenpanne wurden, können Sie hier testen: haveibeenpwned.com

Bei der Wahl Ihres Kennwortes sollten Sie zudem keine Namen von Familienmitgliedern verwenden. Nutzen Sie mindestens 12 Zeichen, mischen Sie Groß- und Kleinschreibung sowie Ziffern und Sonderzeichen. Damit Sie sich ein so erstelltes Passwort selbst leicht merken können, verwenden Sie eine Eselsbrücke mit den Anfangsbuchstaben der Worte aus einem Satz. Ein Beispiel hierfür wäre: Ich habe meine Frau im Winter 1998 in Ulm geheiratet. Wandeln Sie zusätzlich den Buchstaben „i“ in „1“ und das „u“ in „&“ um. Ihr Kennwort lautet also: 1hmF1W19981&g

Die beste und modernste Lösung ist jedoch die Nutzung eines Passwort-Managers. Sie müssen sich dann nur noch ein einziges starkes Masterpasswort merken, während das Programm für jeden Dienst ein eigenes, extrem komplexes Kennwort generiert und speichert.

Des Weiteren müssen Sie Ihre Konten mit einem zweiten Sicherheitsfaktor absichern. Wenn ein Dienst die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) anbietet, sollten Sie diese unbedingt aktivieren. Das kann eine Authenticator-App auf Ihrem Smartphone oder ein physischer Sicherheitsschlüssel sein.

5. Regelmäßige Datensicherung durchführen

Die Datensicherung ist der absolute Rettungsanker, wenn alle anderen Schutzmaßnahmen versagt haben. Dennoch gerät dieses Thema bei vielen Endanwendern immer wieder aus dem Fokus.

Im privaten Bereich ist es schon ein guter Anfang, wenn Sie Ihre wichtigen Dateien regelmäßig auf eine externe Festplatte kopieren. Weitaus sicherer und professioneller ist jedoch die sogenannte 3-2-1-Regel, bei der Daten mehrfach und auch räumlich getrennt gesichert werden. Wenn Sie genauer wissen möchten, wie Sie sich vor dem totalen Datenverlust schützen, lesen Sie gerne meinen ausführlichen Beitrag zum Thema Datensicherung und Backups.


6. Das Internet mit Vorsicht nutzen

Seien Sie im Internet stets wachsam und klicken Sie nicht blind auf auffällige Werbebanner. Seien Sie besonders skeptisch, wenn Ihnen durch aggressive Popups eingeredet wird, Ihr Rechner sei mit einem Virus infiziert und Sie müssten dringend ein angepriesenes Schutzprogramm herunterladen. Solche Meldungen sind reine Panikmache und Sie sollten sie sofort ignorieren. Windows ist von Haus aus bereits mit dem hervorragenden Windows Defender ausgestattet, der Sie zuverlässig schützt.

Seien Sie zudem sparsam beim Umgang mit Ihren persönlichen Daten. Geben Sie sensible Informationen nur auf Seiten ein, von deren Seriosität Sie absolut überzeugt sind. Es ist auch sehr ratsam, sich für Newsletter oder Online-Shops eine separate E-Mail-Adresse anzulegen, um das primäre Postfach sauber zu halten und Spam gezielt herauszufiltern.

Hierzu noch ein sehr nützlicher Tipp für alle Gmail-Nutzer: Nehmen wir an, Sie haben eine Gmail-Adresse nach dem Muster YBYPEg4BDQVODgEDCA4BDQUgBw0BCQxOAw8N@nospam. Wenn Sie sich für einen Newsletter anmelden wollen, geben Sie als E-Mail-Adresse in diesem Fall einfach bRsCHwMMAAhDAwwOBQMMAAhGAwgaHgEIGRkIHy0KAAwEAUMOAgA@nospam an. Somit lassen sich im E-Mail-Client wesentlich leichter Filter-Regeln erstellen.


7. E-Mails im KI-Zeitalter: Höchste Wachsamkeit

Früher hieß es immer, man erkenne gefährliche Phishing-Mails an schlechter Rechtschreibung und einer holprigen Grammatik. Vergessen Sie diese Regel bitte sofort.

Heute nutzen Cyberkriminelle künstliche Intelligenz, um betrügerische E-Mails in absolut fehlerfreiem Deutsch zu verfassen. Sie kopieren das exakte Design von Banken, Paketdiensten oder sogar den Schreibstil von Arbeitskollegen. Das Ziel ist immer dasselbe: Sie sollen auf einen Link klicken und Ihre Zugangsdaten eingeben oder einen infizierten Dateianhang öffnen.

Folgen Sie niemals direkten Aufforderungen in E-Mails zur Eingabe von PINs, Passwörtern oder Bankdaten. Öffnen Sie keine Anhänge von Absendern, die Sie nicht kennen. Seien Sie aber auch bei unerwarteten Anhängen von Freunden und Kollegen extrem vorsichtig, da deren E-Mail-Konten gehackt worden sein könnten. Wenn Sie nur den geringsten Zweifel an der Echtheit einer Nachricht haben, greifen Sie zum Telefon und rufen Sie den Absender kurz an. Diese kleine Nachfrage dauert nur eine Minute, bewahrt Sie aber vor einem massiven finanziellen Schaden.

 

Fazit

Hundertprozentige Sicherheit gibt es in der IT nicht. Der unsicherste Faktor bleibt am Ende immer der Mensch vor dem Bildschirm. Wer alles glaubt, was er liest, und allen Handlungsaufforderungen in einem automatischen Klickreflex nachgeht, wird irgendwann sein blaues Wunder erleben. Genau darauf sind Cyberkriminelle spezialisiert. Auch wer nach Möglichkeiten sucht, eine sonst teure Software irgendwo kostenlos zu bekommen, fällt oft auf Seiten rein, die es genau darauf ausgelegt haben. Auf solchen Seiten ist besondere Vorsicht geboten. Nichts gibt es ohne Hintergedanken wirklich umsonst. Da soll gelockt werden und schon hat man eine Seuche auf dem Rechner. Also nichts zu schnell anklicken und kostenlosen Angeboten erst einmal skeptisch gegenüberstehen.

Seien Sie misstrauisch, halten Sie Ihr System stets aktuell und nutzen Sie starke Passwörter in Kombination mit einem Passwort-Manager. Ich hoffe, diese grundlegenden Tipps helfen Ihnen dabei, Ihren digitalen Alltag ein großes Stück sicherer zu machen. Ein solcher Ratgeber ersetzt natürlich keine persönliche Beratung, die Ihre individuelle IT-Struktur im Detail analysiert.

Falls Sie weitere Fragen haben oder Ihr Firmennetzwerk professionell absichern möchten, scheuen Sie sich nicht, mich zu kontaktieren. Ich helfe Ihnen gerne dabei, Ihre Systeme auf den neuesten Stand der Technik zu bringen.






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